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Reisebericht

| Zypern,
besuchte ich im Jan./Feb. 2000 zum zweiten Male .
Zypern, eine geteilte Insel an
der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und Afrika. Den Besucher
erwarten u.a. viel Sonne, antike Stätten, gutes Essen und freundliche
Menschen.
Bei meiner Tour im griechischen Teil
ging es um das Erkunden der nahen und fernen Umgebung von Aya Napa zu
Fuß oder per Rad sowie um Abstecher ins Troodos Gebirge und nach
Lanarca.
Im Mittelpunkt standen wie immer
ganz persönliche Reiseeindrücke , vor allem vom Land aber auch von
liebenswerten Mitmenschen.
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Die Photos sind von Günter Abels. Mehr auf
seiner Zypernseite unter:
http://www.zyperninfos.de/
Zypern-"
Wieder kein Schwein am Strand". Eindrücke aus dem winterlichen
Aya Napa im Januar 2000.
Ein Reisebericht.
20.01.2000: Eine windige
Anreise
Bei der Anreise von Paderborn aus
klappt alles planmäßig. Der Flieger ist nicht voll. Im Winter wollen
nicht viele Touris nach Zypern. Es geht wie immer bei Air Berlin über
Nürnberg. Die Flugroute führt diesmal über Budapest- Sofia-
Thessaloniki-Samos-Rhodos. Ab Thessaloniki kommen Winde auf, der Pilot
spricht von Turbulenzen und verschweigt, dass das erst der Anfang ist.
Je näher wir Zypern kommen, um so stiller wird es in der Maschine.
Nichts für Leute, die zum ersten Mal fliegen.
Als ich in Lanarca das Flugzeug
verlasse, werde ich vom Sturm fast umgeweht. Aber sonst zeigt sich
Zypern wie fast immer. Sonne, für den Winter angenehme 16 Grad, der
Himmel fast wolkenlos. Schnell ist die deutsche Wetter Tristesse
vergessen. Meine Stimmung steigt schlagartig. Ich liebe diesen Flecken
Erde allein wegen seines Klimas im Winterhalbjahr.
Zypern ist ein geteiltes Land. Die
Fahrt nach Aya Napa im Touribus führt entlang der Grenze zum türkisch
besetzten Teil.
Der Ort Aya Napa ist potthässlich.
Hunderte Shops, Restaurants, Diskotheken. Glücklicherweise sind fast
alle geschlossen. An allen Ecken wird repariert, ausgebessert,
es ist Nebensaison. Der Bus muss Umwege fahren, fährt
sogar am Strand entlang. Der Busfahrer ist sichtlich genervt, bleibt
aber zypriotisch gelassen.
Ich komme im Hotel Nestor an. Nicht
schlecht, mein erster Eindruck.
Aber was machen die ganzen Fußballspieler
hier? Belgrad, Moskau und was seh ich? Aus einem Fenster hängt
eine Fahne mit der Aufschrift: EISERNE KAMERADEN UNION BERLIN. Hört
sich erst mal nicht sehr vertrauenserweckend an.
Das junge Mädchen an der Rezeption ist
sehr freundlich, spricht fließend englisch, etwas deutsch. Mein
Zimmer ist recht groß, sauber, Klimaanlage, Fernseher, Balkon
mit Meerblick. Auf dem Tisch Wasser und Wein. OK , gute Wahl
getroffen. Beim ersten Gang zum Meer kämpfe ich mich durch
Baustellen.

Am Hafen sieht's schon besser aus.
Einige Fischer, Bötchen, langer Sandstrand, es kommt Urlaubsstimmung
auf.
Zurück im Hotel gibt's Essen. Großes
Buffet, ganz lecker und dazu viele hungrige Fußballspieler samt
Trainergespann aus ganz Europa, die hier ihr Winterquartier bzw.
Trainingslager aufgeschlagen haben. So`n bisschen wie im
Sporthotel. Mir soll's recht sein.
Da kommen auch schon die Jungs aus
Berlin mit der Fahne. Es sind die" eisernen" Fans von Union,
die ihre Mannschaft offensichtlich überall hin begleiten. Sie sehen
zunächst finster aus, entpuppen sich aber bald als wenig
furchterregend, aber trinkfest.
Das Bier zum Essen ist teuer. Ich bin
hundemüde. Ab ins Bett.
21.01.2000: Wanderung nach Kap
Gkreko
Ich wache auf. Hab geschlafen wie ein
Murmeltier. Es ist halb acht, draußen total still und das mitten in
einer Touristenhochburg. Ich ziehe den Vorhang beiseite.
Strahlendblauer Himmel. Die Sonne scheint, vielleicht 13 Grad. Das Frühstücksbuffet
ist ok. Die Fußballer aus Belgrad sind schon fertig. Sie haben um
10:00 ein Freundschaftsspiel gegen Arm. Bielefeld, die im Hotel gegenüber
wohnen. Ich versuche mit dem Betreuer aus Belgrad ein paar Brocken
Englisch. Man kommt im Winter gerne hierher. In Belgrad ist es um
diese Jahreszeit auch kalt, ungemütlich, kein Wetter zum Trainieren.
Die Dame des Reiseveranstalters erklärt
mir beim Begrüßungsdrink, dass jetzt kaum organisierte Touren
laufen. Zu wenig Touris da. Ich finds gut. Sie weniger, denn sie hat
fast nichts zu tun . Ich erweise mich als guter Touri und buche
eine Bustour in die Berge. So weit werde ich mit dem Mountainbike
sicher nicht kommen.
Apropos Mountainbike. Das nette Mädchen
an der Rezeption hatte mir die Tel. Nummer eines Zyprioten
gegeben, der Räder verleiht. Um diese Zeit schwierig. Das Geschäft
lohnt sich nämlich jetzt kaum.
Ich mache meine erste Tour aber
jetzt erst mal zu Fuß und gehe um 10:30 Uhr bei etwa 14 Grad, Sonne
und ordentlichem Wind Richtung Strand. Lange Hose, dünner Pullover.
Mal sehen, ob das die richtige Ausstattung ist. Am Strand entlang
Richtung Kap Gkreko, die Südostspitze Zyperns. Ich laufe zunächst
durch den Sand. Bei mir kommt (Schadenfreude auf. Zuhause sind es
jetzt 0 Grad, bewölkt und Nieselregen.
Nach dem Strand folgt ein befestigter
Weg am Meer entlang. Schön zu laufen. Touris trifft man nur ganz
vereinzelt. Meistens ältere Leute aus ganz Europa , die hier "überwintern".
Der befestigte Weg ist zu Ende. Man sieht das Kap schon deutlich. Ab
jetzt nur noch Steine und Klippen, aber noch problemlos mit
normalem Schuhwerk zu laufen.
Ich treffe einen alten Schweden. "Hello,
how are you?" Der Mann ist locker über 70. Auch er gehört zu
den "Zugvögeln", die es sich hier den gesamten Winter gut
gehen lassen. Der drahtige Skandinavier marschiert jeden Tag zügigen
Schrittes von seinem Hotel gute 2 Stunden im strammen Schritt am Meer
entlang zum Kap und wieder zurück. So bleibt man fit. Ich bin
begeistert. Wie lange muss ich noch bis zur Rente?
Hier draußen wird es nun merklich kühler.
Reicht der Pullover? Endlich komme ich am Kap Gkreko an. Ich umrunde
den Felsen, vorbei an militärischen Anlagen. Soldaten bewachen hier
den Frieden an der Südostspitze Zyperns. Ich habe Durst, kommt
denn hier gar kein Periptero, zu deutsch Kiosk? ( Viel mehr
griechische Wörter kann ich auch nicht). Ich hab's fast aufgegeben,
da steht ein einsamer Zypriote in einem alten, umgebauten Lieferwagen
an der Straße. Ich bin sein erster Kunde heute. Die Cola fast auf Ex.
Es ist halb eins. Ich trete den Rückweg an.
Mit leichten Blasen an den Füßen
komme ich am Hotel an. Der Pool ist zu kalt, also ab ins Hallenbad im
Keller des Hotels. Bisschen klein, total glitschiger Boden, aber zum
planschen bzw. erholen reichts. Danach lege ich mich draußen an
den Pool. Sonne, windgeschützt, super. Penne sofort ein. Als ich wach
werde, ist es kalt geworden. Die Sonne verzieht sich, wie ganz häufig
hier , irgendwann am Nachmittag. Ein Naturphänomen, von mir
entdeckt? Egal. Der erste Tag war super. Ich gehe noch kurz
durch den Ort Aya Napa. Die alte Klosterkirche ist ganz interessant.
Den Rest kann man getrost vergessen.
22.01.2000: Wanderung nach
Nissi Beach und Umgebung
Habe die Nacht verdammt schlecht
geschlafen. Wahrscheinlich Vollmond Die Sonne scheint, aber es tummeln
sich auch eine ganze Reihe Wolken am Himmel.
Also schnell frühstücken und auf zum
nächsten Erkundungsmarsch, diesmal, natürlich, in die andere
Richtung. Ziel ist Potamos tou Liopetri, ein angeblich malerischer
kleiner Hafen, den es sich lohnt , anzusteuern.
Eigentlich quatsch. Der Weg ist das
Ziel, wie fast immer bei meinen Erkundungen der nahen Umgebung während
eines Urlaubes.
Es ist enorm windig. Sonne und Wolken
im ständigen Wechsel. Es ist herrlich am Meer entlang zu gehen.
Ich komme in Nissi Beach an. Laut
Prospekten eine der schönsten Badebuchten Zyperns. In der Tat, ein
langer, flacher , ziemlich netter Sandstrand. Hotels stehen hier auch.
Aber wo sind die TOURIS?. Auch hier ist "kein Schwein" zu
sehen. Die Hotels zu 95 % geschlossen. Dann plötzlich, laute Stimmen,
Gegröle fast. Doch im "Ballermannland" gelandet? Nein , nur
eine beachtliche Horde britischer Rentner, die hier den ganzen Tag mit
großen Eisenkugeln schmeißen und dabei sehr aufgeregt sind.
Einheimische sind hier auch. Der Wind
muss gute Erträge beim Angeln versprechen und so gibt es hier heute
erstaunlicherweise mehr Einheimische als Touris. Ein wahrhaft seltenes
Schauspiel für Nissi Beach, wie ich mir sagen lasse.
Ein Blick vom Meer weg macht mich
stutzig. Grüne Wiesen, plattes Land, bin ich wieder in meiner
Heimatstadt Lippstadt angekommen? In Aya Napa noch hügelig, hat
sich hier, nach 1,5 Stunden Fußmarsch, die Landschaft total verändert.
Ich bin am Aqua Park Water World, eine
der Touristenattraktionen hier in der Gegend angekommen. Verwegene
Rutschpartien in einer abenteuerlichen Wasserkunstlandschaft werden überall
in den einschlägigen Reiseführern angekündigt.
Besonders abenteuerlich find ich, dass
hier überhaupt kein Mensch zu sehen ist, noch nicht mal Einheimische.
Geschlossen. Klar, für einen einsamen Wanderer wird hier nicht geöffnet.
Der Blick zum Himmel verheißt nichts
gutes. Dunkles braut sich zusammen. Ich marschiere in " bester
Gehermanier" zurück. Nach vier Stunden wieder am Hotel
angekommen, fängt es genau jetzt an zu regnen. Perfektes Timing.
Vorerst lege ich mich ins Hallenbad.
Einen Friseur gibt's auch im Hotel, aber 27 Mark nur fürs schneiden,
da verlass ich mich doch besser auf Birgit, wenn ich wieder zu Hause
bin.
Raus aus dem Hallenbad, scheint die
Sonne, strahlendblauer Himmel. Das geht alles sehr schnell hier. Ich
lege mich an den Pool, denn bei allem Vergnügen will ich ja auch
braun werden. Und das ist harte Arbeit.
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23.01.2000: Am
Strand von Aya Napa
Morgens um 7.30 Uhr scheint die Sonne
bereits sehr stark. Also sofort an den Strand und eine Runde joggen.
Nach 15 Minuten bin ich total fertig. Bin nix mehr gewohnt.
Das
Meer ist ganz ruhig. Es verspricht ein richtiger Sonnentag zu werden,
also beschließe ich : Strandtag. Die Liege 3,50 DM. Außer mir liegt
um 10:30 Uhr niemand am Strand vom Aya Napa, der Touristenhochburg
Zyperns. Um die Mittagszeit gesellen sich vereinzelte Rentner dazu und
auch einige eiserne Jungs von Union wollen ihrer blassen Haut etwas
Sonne gönnen.
Für sie ist Zypern ein teures
Pflaster. Abends in der Kneipe zechen ist hier nicht gerade billig und
bei dem Durst der Männer aus dem Osten Berlins geht das ganz schön
ins Geld.
Nachmittags verirren sich noch einige
wenige Pärchen an den Strand. Nach fünf Stunden harter Liegearbeit
schleppe ich mich wieder zurück zum Hotel. Im Meer war ich nicht.
16-17 Grad sind mir dann doch etwas kühl. Also wieder ab ins
Hallenbad .
Abends im Hotel " Happy hour".
Ouzo Spezial. 2 Longdrinks zum Preis für einen. 7,80 DM. Lecker, aber
auch das ist nicht unbedingt billig. Ein anstrengender Tag geht zu Ende
und ich zu Bett.
Kurz vorm Schlafen sagt der Wettermann
der Deutschen Welle für morgen Regen an und ich habe doch das
Mountainbike bestellt. Sch...
24.01.2000: Mountainbike Tour
von Aya Napa über Paralimni, Deryneia , Protaras
Es regnet seit heute nacht. Trotzdem
ist es bei 17 Grad ganz gut warm. Für Mountainbiken kein ideales
Wetter, aber Lucas, der Radverleiher, bringt mir um 9 Uhr die Kiste,
also bleibts auch dabei.
Ich ziehe Sportzeug an, darüber
Regensachen. Das muss reichen.
Lucas ist ein geschäftstüchtiger
Zypriote, der fließend englisch und auch deutsch spricht. Er hat mal
in Deutschland längere Zeit gearbeitet. Wir fahren raus zu seinem
Geschäft etwas am Rande von Aya Napa Richtung Nissi Beach. Es regnet
in Strömen und Lucas schaut etwas besorgt, ob das Geschäft für ihn
tatsächlich zustande kommt. Ich beruhige ihn sofort mit dem
Satz:" Ich fahre, auch wenn's den ganzen Tag regnet".
Er kocht mir einen griechischen Cafe
und ich erkläre ihm tapfer, dass nach dem Cafe der Regen aufhören
wird. Jetzt schaut er mich doch etwas ungläubig an.
Lucas will mit Zypern nicht in die EU.
Zu viele Steuern und dann die Kanaren, wo die ganzen Steuergelder in
den Tourismus fließen und Zypern schaut in die Röhre. Er schaltet
den Wetterkanal an, "da" sagt er sichtlich erleichtert,
"auf den Kanaren regnet es auch".
Ich trinke den Cafe aus, schaue nach
draußen und stelle ganz weltmännisch fest, dass es aufgehört
hat zu regnen.
Lucas will für 2 Tage 5 Pfund. Also
etwa 8,50 DM pro Tag. Das ist in Ordnung. Das Rad übrigens auch. Um
10:00 Uhr geht's los. Meine geplante Route: Paralimni, Deryneia, am
Meer entlang zurück, an Paralimni vorbei nach Protaras und von dort
zurück nach Aya Napa.
Ich starte mit Volldampf auf die
Hauptstraße nach Parlimni. Nach 10 Minuten sehe ich aus wie eine
"Sau". Nasse Straße, auf der zur Zeit gebaut wird, Lkws überholen
mich und "klatsch", die nächste Ladung in mein Gesicht. No
Problem, das macht einen guten Mountainbiker nur härter. Leicht
bergauf geht es nach Paralimni weiter. Hier muss es wie aus Eimern
geregnet haben. Im Ort angekommen steht alles unter Wasser. Ohne
Schutzblech am Rad ist hier nur "Umfahren von Pfützen"
angesagt.
Paralimni ist ganz nett
anzuschauen, das ist mein erster Eindruck. Hier sind überhaupt keine
Touris zu sehen. Das Wasser im Laden ist billig. Der Junge dort schaut
mich leicht vorwurfsvoll an, so als wenn er sagen wollte: " So
dreckig darf man sich aber nicht machen". Am Himmel wird es
wieder dunkler. Ich will weiter, also muss ich mir Paralimni
irgendwann bei besserem Wetter noch mal genauer anschauen.
Weiter geht's nach Deryneia,
der Ort an der Grenze zum türkisch besetzten Teil. Von hier aus kann
man an vielen Stellen rüberschauen nach Famagusta, insbesondere in
die einstige Ferienhochburg Zyperns, den Vorort Varosha.
Eine echte Touristenattraktion und so
finden sich in Deryneia gleich dutzendweise Hinweisschilder auf
irgendwelche Hütten, von denen man angeblich "den besten
Blick" auf Varosha hat .
Ich fahre aber trotz wieder
einsetzenden Regens durch bis zum offiziellen Grenzposten. Das ganze
erinnert fatal an alte DDR Grenzverläufe. Stacheldraht, Kontrolltürme,
Mauern und Soldaten. Ein beklemmendes Gefühl. Ich gehe in dem
offiziellen " Viewpoint" die Treppe hoch. Oben empfängt
mich eine junge Frau, Mitte dreißig, mit Tochter. Sie managt den
Laden. Ein kleines Museum mit Bildern aus der Zeit der türkischen
Besetzung 1974, Bilder verschwundener Menschen, alte Landkarten.
Verkauft wird hier aber auch Kaffee, Sandwich, Cola , Plätzchen ,
Postkarten und was ein anständiger Touri sonst noch so brauch. Für
das Eintrittsgeld von 1,50 DM erhalte ich auch ein kleines Fernrohr.
Außer mir hat es noch ein holländisches Rentnerpaar bei dem
schlechten Wetter hierher verschlagen.
Ich steige noch ein paar Treppen hoch
und bin jetzt auf dem Dach. Von hier aus sieht man, keine 100 m
entfernt, ins UN bewachte Niemandsland . 1996 gingen unweit von dieser
Stelle aus grausame Bilder um die Welt. Gleich zwei junge Zyprioten
wurden innerhalb weniger Tage in diesem Grenzgebiet erschossen.
Der Schock dieser Tat sitzt bis heute tief. Auch bei der Frau
hier. Sie selbst musste 1974, gerade 11 Jahre alt, nachts im
Schlafanzug mit ihren Eltern aus Famagusta fliehen, um sich vor den türkischen
Besatzern in Sicherheit zu bringen. Die junge Frau ist sehr engagiert,
persönlich betroffen, ihr Cousin wird bis heute vermisst. Ich frage
sie trotzdem oder gerade deswegen nach einer möglichen Lösung des
Zypernkonfliktes. "Sie glaubt einfach nicht daran", sagt
sie.
Ich fahre Richtung Paralimni zurück,
jetzt aber fast direkt am Meer entlang, lasse ich den eigentlichen Ort
am Wege liegen.
Es regnet nicht mehr, der Dreck an
Beinen und Rucksack trocknet langsam. Bei ca.17 Grad lässt es sich
jetzt prima radeln.

Ich komme in Protaras an. Einiges
habe ich gelesen, von diesem neuen aufstrebenden Touristikzentrum
Zyperns. Ich ahne wie viele Hotelbetten es in den unzähligen Anlagen
hier gibt. Ich vermute in den noch zahlreicheren Tavernen und
Restaurants das pralle Touri- Leben. Ich zähle schließlich exakt 8
Touristen, die ich auf meiner 15 minütigen Fahrt durch den Ort
sehe. Alles ist dicht. Protaras ist jetzt, Ende Januar, eine
Geisterstadt.
Und einige ganz abgezockte Mitarbeiter
aus irgendwelchen europäischen Reisebüros haben hierhin tatsächlich
Leute geschickt. Von diesen Menschen, so erfahre ich später, haben
sich später viele aus dieser Einöde heraus in das bewohnte
Paralimni bringen lassen.
Kurz bevor ich den Ort wieder verlasse
sehe ich den 9. Menschen dieses Ortes. Eine alte Frau, so um die 80
Jahre alt , überquert ganz langsam die Straße. Es könnte eine
Zypriotin sein.
So , es geht zurück nach Aya Napa,
denke ich sportlich und steige frohen Mutes in die Pedalen.
Die kurz darauf folgende, ca. 3 km
lange Steigung geht dann aber doch ganz schön in die Beine,
zumal es jetzt auch wieder windig und regnerisch geworden ist. Nach 5
Stunden Rad fahren bin ich wieder im Hotel. Ziemlich fertig.
Total verdreckt. Aber Spaß hat's gemacht und vor allem die Eindrücke
von der Grenze waren beeindruckend.
25.01.2000: Am Strand von Aya
Napa
Ich wache auf und spüre beim Gang zum
Balkon einen leichten Muskelkater. Draußen ist es schon
angenehm warm. Da ich für morgen die Troodos Tour mit Kykkos Kloster
gebucht habe, beschließe ich kurzfristig, einen Strandtag einzulegen.
Dort tauchen gegen 11:00 Uhr überraschend
auch drei Jungs von den "Eisernen Kameraden" von Union
Berlin auf.
Sie wollen sich etwas Sonne auf ihre Bäuche
scheinen lassen. "Ein richtiger Fanclub sind wir gar nicht",
höre ich verwundert. " Quasi nur so ein loser Zusammenschluss,
so eine Art Spiel- Reise- und Saufgemeinschaft" , ergänzt der
Sprecher der Gruppe.
Letztes Jahr waren sie bei der
Mannschaft an der Algarve. "Dort war's besser. Vor allem
billiger", so der einhellige Tenor.
Rein Fußballmäßig gesehen wollen
die Jungs nix zu tun haben mit dem alten "Stasi Club"
FC Dynamo und mit dem "Kapitalisten- und Bonzenverein"
Tennis Borussia. Ansonsten ist das Ziel mit Union die 2. Liga( Anm.
des Autors: Das Ziel wurde Monate später in der
Relegationsrunde verfehlt).
Gegen 13:00 Uhr verschwindet die Sonne
schlagartig und ich trolle mich zurück ins Hotel.
"Überhaupt", so klagt mir
der Barkeeper hier wenige Minuten später, "dieses hier sei
wohl das schlechteste Wetter, was Zypern seit Jahren um diese Zeit zu
bieten hat".
Die Leute sind wettermäßig natürlich
total verwöhnt hier, also sag ich ihm nur kurz, dass es in
Deutschland z.Zt. friert. Der Mann schaut mich mitleidig an.
26.01.2000: Die Troodoos/
Kykkos Tour mit dem Bus
Um 6:15 Uhr rappelt der Wecker. Muss
ich zur Arbeit? Schnell duschen, den kleinen Rucksack packen, frühstücken,
um 7:45 kommt der Bus. Ausflug ins Troodos Gebirge zum Olympos , dem höchsten
Berg Zyperns und in das sagenumwogene Kloster Kykkos.
Der Bus ist pünktlich. Außer mir nur
Rentner im Bus. Ich hatte nichts anderes erwartet.
In Lanarca hält der Bus direkt an der
Strandpromenade. Draußen steht eine junge Frau mit schwarzen Haaren,
Sonnenbrille, schwarzem Mantel und Jeans. Die Reiseleiterin? "
Guten Morgen", sagt sie in akzentfreiem Deutsch und setzt sich.
Also doch nicht die Reiseleitung. Vielleicht eine Zypriotin, in
Deutschland groß geworden, auf Entdeckungstour im Land ihrer
Vorfahren? Was will sie sonst zwischen all den alten Leuten im
Bus. Journalistin vielleicht.
In Limassol werden weitere Senioren aus
dem deutschsprachigem Raum eingesammelt. Auch die "richtige
Reiseleiterin" steigt zu. Mitte fünfzig, Zypriotin mit durchaus
beachtlichen Deutschkenntnissen. Die etwas "quasselstrippenmäßige"
Frau fängt postwendend an, ihr Touri-Info Repertoire in einem Höllentempo
runterzuspulen.
Der Busfahrer, der gleiche alte
geduldige Zypriote , der mich vom Flieger nach Aya Napa gebracht hat,
strahlt gottseidank Ruhe aus. Dann passiert es. Das Handy des
Busfahrers meldet sich mit melodischem Klang. Ernste Mienen. Die
redselige Reiseleiterin presst jetzt nur schleppend raus:" Tut
uns leid. Wir können nicht rauf zum Olympos und nach Kykkos auch nicht.
Dafür werden wir...." Oha, um mich herum sind alle wachgeworden.
"Was soll das? Verarschung. Wir wollen unser Geld zurück",
höre ich einige quaken. Bevor die jetzt etwas erschrockene Zypriotin
auch nur den Satz zu Ende gebracht hat, braust ein Sturm der Entrüstung
über Sie herein. Sie setzt erneut an: "Tut mir schrecklich leid,
die Straße oben am Olympos ist total verschneit und unpassierbar,
ebenso der Weg zum Kloster Kykkos. Wir bieten Ihnen als Alternative
den Weg zum malerischen Bergdorf"...Auch diesmal kommt die gute
Frau mit ihrem Satz nicht ans Ende. Die Bande im Bus ist jetzt außer
sich. " Das wusste man doch in Aya Napa schon, was sollen wir im
Bergdorf, schließlich haben wir bezahlt..." Wieder ertönt das
melodische Handy des Fahrers.
Richtig spannend die Tour, finde ich,
auch wenn ich bislang so ganz viel noch nicht gesehen habe.
Entwarnung, das Gesicht der
Reiseleiterin entspannt sich in Sekunden. " Wir dürfen doch
fahren". Also, irgendwas ist hier faul, denke ich. Meine
Spekulation: Der Fahrer hat einen kleinen Extra Bonus, quasi eine Art
Gefahrenzulage, ausgehandelt. Jeder muss eben sehen wo er bleibt.
Auf jeden Fall ist es sofort wieder
ruhig im Bus. Die Passagiere fallen postwendend wieder in den
bustypischen Halbschlaf.
Wir erreichen auf 700 m Höhe das
Bergdorf Laneia. Hier leben Einheimische, aber auch angeblich Künstler
aus aller Herren Länder in einem wirklich malerischen Fleckchen
Erde.
Wir steigen aus, machen eine Stunde Stopp. Die Sonne strahlt,
blauer Himmel, aber ein eisiger Wind fegt durch das Dorf.
Wunderschöne kleine Häuser mit blauen Fensterrahmen, überall
Blumenampeln. Sofort wird geknipst. Ich kann nicht photographieren wie
Birgit. Wenn Sie hier wäre, wäre jetzt nach 10 Minuten der erste
Film voll. Der Rest der Truppe kostet zypriotischen Wein und
Schnaps. Die "deutsche-zypriotische eventuell Journalistin"
raucht und photographiert ein wenig. Aber kein Notizblock, keine
Photoserien. Weiter .
Es geht jetzt in Serpentinen steil ins
Troodos Gebirge hinauf. Auf 1400 m Höhe erreichen wir Platres. Der
Bus hält leider nicht. Ein Ort wie in den Schweizer Alpen, vermute
ich, denn ich war noch nie dort. Winzige Häuschen an steilen Berghängen,
der erste Schnee wird sichtbar. Mit jeder Minute wird es weißer draußen."
Aus
dem Fenster des Busses sieht man jetzt nur noch völlig verschneite
Zedernwälder. Der Schnee ist hier sicher einen halben Meter hoch. Die
Straße wird immer rutschiger. Ich knipse jetzt heftig. Auch die
dunkelhaarige Frau spricht jetzt ihren zweiten Satz: "Das ist zu
schnell zum knipsen". Ich vernehme einen deutschen Dialekt. Kann
ihn aber aufgrund der bislang gesprochenen acht Worte noch nicht
zuordnen.
Wir sind im Ort Troodos, auf ca. 1800 m
Höhe angekommen . Hinweisschilder auf Skilifte tauchen auf. Einige
Restaurants und Hotels kann ich sehen . Vereinzelt stapfen Touris
durch den Schnee. In der nächsten Kurve ein atemberaubender Blick
runter zum Meer. Da liegen vermutlich einzelne Rentner bei 18 Grad in
der Sonne. Unglaublich.
Auf der Straße wird es jetzt
bedenklich rutschig. Ich denke noch mal kurz an die Gefahrenzulage,
als der Motor anfängt zu bocken.
Wir passieren die Auffahrt zum
Olympos, der höchsten Stelle Zyperns und es geht jetzt gottseidank ohne
weiteres Motorstottern langsam bergab in Richtung Kloster
Kykkos.
Dort angekommen steht zunächst die Grabstätte
des einstigen Staatsoberhauptes von Zypern, dem Erzbischof
Makarios auf dem Programm. Ein eiskalter Wind fegt hier oben. Der
arme zypriotische Ehrensoldat, der hier Wache schiebt, sehnt sich ganz
offensichtlich nach einem sonnigeren Plätzchen. Die Grabstätte
selbst lässt sich aufgrund des ungünstigen Einfalls der Sonne fast
kaum einsehen.
Im Kloster Kykkos gibt es später
in antiken Gemäuern beeindruckende Ikonen und Fresken von unschätzbarem
Wert zu sehen. Mönche bewachen Sie mit Argusaugen. Vor allem die hier
anwesenden Japaner und Inder sind total begeistert und knipsen wie
verrückt. Meine Euphorie hält sich offengestanden in Grenzen. Bin
ich doch ein Kulturbanause?
Beim Mittagessen hier oben, das wenig
klösterlich teuer ist, erfahre ich bei Pommes und Salat, dass
die vermeintliche zypriotische Journalistin in Wirklichkeit eine aus
dem Irak stammende, seit 15 Jahren in Deutschland lebende, selbständige
Friseurin aus Speyer ist. Sie besucht einen guten Bekannten, den
es nach Zypern verschlagen hat. So einfach ist das .
Die Rückfahrt zieht sich dann
scheinbar endlos hin, da an jeder Ecke in Limassol und Lanarca
Rentner aus dem Bus in ihre Unterkünfte entlassen werden . Ich
zuletzt.
Ein anstrengender Tag insgesamt. Das
verschneite Troodos Gebirge hoch über dem sonnigen Zypern war
aber allein die Unternehmung wert.
27.01.2000: Fahrradtour über
Sotira, Frenaros, Vrysoulles, Avgouru und Liopetri nach Aya Napa
Was sich gestern abend bereits auf dem
Balkon ankündigte, bestätigt sich heute früh. Es ist kühl, um die
10 Grad und bewölkt.
Eigentlich wollte ich nach der
anstrengenden Troodos Tour einen Tag Pause einlegen. Ohne Sonne ist es
am Strand aber zu kalt , also rufe ich Lukas, den
Mountainbikeverleiher an. Um 10:00 hat der geschäfstüchtige Mann mir
das bereits vertraute Rad vors Hotel gestellt. Also warm anziehen,
kurzer Blick auf die Karte und ab geht's.
Von Aya Napa geht's Richtung Norden,
kaum Steigungen, der Wind ist mäßig , nach 15 Minuten bin ich gut im
Tritt. Die Dörfer Sotira und Frenaros zeigen zypriotisches
Alltagsleben. Keine Touris, Kinder auf dem Weg zur Schule,
Tavlispieler, die in Kneipen hocken.
Von Frenaros geht's weiter durch wenig
beeindruckendes Ödland nach Vrysoulles. Hier, unmittelbar an der
Grenze zur türkisch besetzten Zone, entstand direkt nach der
Okkupation 1974 eine künstlich angelegte Stadt mit griechischen
Bewohnern, die vertrieben worden waren.
Man merkt dem jungen Ort an, dass
er noch nicht über eine gewachsene Struktur verfügt, trotzdem ist
alles ganz nett anzuschauen.
Nach Westen verlässt man den Ort auf
einer Straße, die ca. 4 km direkt an der Demarkationslinie entlangläuft.
Türkische Soldaten winken freundlich von ihren Kontrolltürmen. Ich
winke diskret zurück, denn allzu große Gesten können in dieser
Gegend vielleicht auch falsch ausgelegt werden.
Ich biege von der Straße ab und
erreiche nach einigen Kilometern den Ort Avgorou. Auch dieser Flecken
Erde strahlt vor allem Alltagsflair aus. Kleine Handwerksbetriebe am
Straßenrand, alte Leute, die vor den Häusern sitzen, viele Kinder,
die zur Schule gehen oder von dort kommen, Mütter, die vollbepackt
das Lebensnotwendige aus den Läden nach Hause schleppen. Ich bin froh
über diese Bilder, denn nach den anfänglichen Eindrücken rund um
den Ort Aya Napa hatte ich schon schlimmstes befürchtet. Hier aber
scheint die Welt in Ordnung zu sein. Nur frieren tun sie die Zyprioten
und so sehe ich viele in dicken Jacken mit Handschuhen. Wohlgemerkt:
Bei 10 Grad ist für den gemeinen Zyprioten bereits deutlich die Kälteschmerzgrenze
überschritten.
Ich kämpfe mich durch aufkommenden
Wind und weiterhin wenig erbauliches Wetter bis nach Liopetri und
schließlich zum Hafen dieses Ortes Potamos tou Liopetri.
In den diversen Reiseführern als
attraktiver Ort gepriesen, hält sich meine Begeisterung in Grenzen.
Ein Haufen kleiner Boote in einem Hafen, der zugegebenermaßen bei schönem
Wetter mit strahlendblauem Himmel beschaulicher erscheinen mag.
So kann ich rasch weiterfahren , zurück
nach Aya Napa , auf der neu erschlossenen Straße direkt am Meer
entlang. Hier entstehen gleich dutzendweise Appartements, die so etwa
5-8 km vom Kern Aya Napas entfernt, zukünftig Touris aufnehmen
sollen.
Ich habe jetzt nach 5 Stunden Fahrt
leichte Konditionsprobleme, zumal sich der Gegenwind hier bei Stärke
3-4 deutlich bemerkbar macht.
Keine besonders schwere, aber doch
kraftraubende Tour von ca 55 km geht zu Ende. Gesehen hab ich das, was
ich erhofft hatte: Das ganz normale zypriotische Leben in den Dörfern.
28.01.2000: Mit dem
Mountainbike von Aya Napa nach Lanarca und zurück
Die Temperaturen halten sich auf der
Hitze gewohnten Insel nach wie vor zurück und so muss man sich auch
heute mit bescheidenen 13-14 Grad zufrieden geben. Aber, und das macht
die Sache sehr angenehm, die Sonne scheint den ganzen Tag . Nicht zu
warm, aber gerade angenehm um Fahrrad zu fahren.
Aus Aya Napa fahr ich zunächst wieder
die neue Verbindungsstraße, die ziemlich nah am Meer entlangführt.
Der Wind hat sich seit gestern
Nachmittag komplett gedreht und so habe ich schon wieder starken
Gegenwind.
Ab Xylofagou fahre ich auf der
Hauptstraße Richtung Dekeleia. Nicht so doll, denn hier donnern
tonnenschwere LKWS doch ziemlich nah an einem vorbei. Für streckenmäßig
halbwegs sinnvolle Alternativen reichts bei meinen
Ortskenntnissen noch nicht, zumal ich am Nachmittag auch wieder zurück
sein will.
In Dekeleia grenzt die türkisch
besetzte Zone direkt an den britischen Militärstützpunkt. Man fährt
hier durch eine Art Schleuse, die von den Engländern in
Krisensituationen für den Allgemeinverkehr geschlossen wird. Ich
passiere jetzt problemlos. Supermarkt, Schulkinder, Soldaten in
Feizeitdress. Alles ziemlich unspektakulär.
Bald hinter Dekeleia erreicht man die
Golden Bay. Hier beginnt die Touri Zone Lanarcas. Ein Hotel nach dem
anderen entlang der Hauptstraße. Besonders viel los ist auch hier
nicht, wenn auch deutlich mehr als in Aya Napa.
Nach gut vierzig Kilometern und 2,5
Std. Fahrzeit komme ich in Lanarca an. Also einige Steigungen waren
schon anstrengend, ansonsten aber ein Weg, der für Leute mit etwas Übung
kein Problem ist.
Lanarca hat 70.000 Einwohner. Richtung
Zentrum wird der Verkehr dichter.
Viel
Zeit bleibt mir nicht , so dass ich mich auf die überall mit
Vorschußlorbeeren bedachte Promenade direkt am Meer beschränke.
Der Durst treibt mich zu einem der kleinen Peripteros, die es hier
alle 100 m gibt. Der Mann hinterm Tresen heißt Christos, ist 60 und
fragt mich ,ob ich Deutscher bin und von wo ich mit dem Rad komme. Ich
wollte eigentlich nur ein Wasser trinken, bleibe aber bei diesem
netten Mann gleich 1, 5 Stunden hängen. Er war 14 Jahre in Kanada,
spricht fließend Englisch und ein paar Touri Brocken Deutsch( Wo geht
es zum Bus?). Wir reden in der Tat über Gott und die Welt, über die
Teilung Zyperns, über Immobilien, über den Beitritt Zyperns zu EU.
Die Sonne lacht, die Promenade ist in der Tat ganz nett anzuschauen.
Ich trinke noch zwei Wasser und verabschiede mich von Christos.
Tja, gibt's denn sonst nichts in
Lanarca zu sehen? Bestimmt, aber ich mache mich trotzdem mit
allerbester Laune wieder auf den Weg nach Aya Napa, um nicht bei einer
eventuellen Panne noch in die Dunkelheit zu geraten. Licht gibt's an
dem Mountainbike nämlich nicht.
Auf dem Rückweg werde ich wieder von
dem bereits erwähnten Naturphänomen heimgesucht. Es ist der ständige
Gegenwind auf der neuen Verbindungsstraße von Potamos tot Liopetri
nach Aya Napa. Etwa 6 Stunden nachdem ich in die andere Richtung bei
vollem Gegenwind gestrampelt bin, bläst mir der Wind jetzt auch in
der Gegenrichtung wieder voll ins Gesicht. Unglaublich.
29.01.-02.02.2000: Das
anstrengende Liegen am Strand/ Der Mann aus Österreich
Die "angebliche"
Schlechtwetterperiode auf Zypern geht zu Ende. Von nun an gibt es die
letzten Tage ausschließlich Sonne bei Temperaturen zwischen 16 und 20
Grad. Es ist fast windstill. Ich verstehe schnell, warum man als
Mitteleuropäer im Sommer die Insel bei 35-40 Grad meiden
sollte.
Für mich wird es nun Zeit zwei Gänge
runterzuschalten, denn ein bisschen faulenzen und ausgiebiges lesen
gehört für mich auch zu jedem Urlaub. Also ab an den Strand.
Jetzt, wo die "Eisernen
Kameraden" von Union Berlin abgereist sind, verschlägt es noch
seltener Leute an meinen "Privatstrand" in der Touri
Hochburg Aya Napa.
Aber halt, einen hab ich doch noch
getroffen. Ein Österreicher( es hätte auch ein Schweizer, Deutscher
oder Holländer sein können) taucht auf.
Der Mann hat bei einer Talkshow im
Privat TV mitgewirkt und gegen Ende der Sendung wurde er
"verurteilt", umgehend seine sieben Sachen zu packen und
eine Woche nach Zypern zu fliegen. Dieser Mann mit beachtlichem
Bauch und noch beachtlicheren Hosenträgern läuft nun tagelang mit
einer Super 8 Kamera durch das " belebte" Aya Napa und weiss
offensichtlich überhaupt nicht, was er hier soll. Ich finde, ein
genialer Streich des Produzenten der TV Show. Falls die filmischen
Dokumente des Österreichers irgendwann mal auftauchen sollten, bitte
ich umgehend um Rückmeldungen..
Fazit der Reise:
Zypern im Januar hat mir sehr gut
gefallen. Ohne Einschränkung.
Wenig bzw. fast überhaupt kein
Tourismus. Eine himmlische Ruhe allerorten.
Das Wetter , wie erwartet, nicht immer
besonders warm, aber dafür häufig sonnig und heiter.
Radfahren kann man in der Gegend rund
um Aya Napa problemlos, wenn man nur etwas geübt ist und eine gewisse
Konditionsgrundlage hat.
Wandern ist überhaupt kein Problem.
Wer Jubel, Trubel, Heiterkeit sucht,
sollte im Winter nicht nach Aya Napa fahren.
Ich werde im nächsten Januar meine
Zypernerkundungen fortsetzen, dann vermutlich rund um Limassol.
Ende
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