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Reisebericht

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Zypern, ein Kurztrip
von einer Woche im Februar 2003
Eine weitere Station meiner Zypernerkundungen. Erneut im Winter.
Diesmal ist das Wetter nicht immer sonnig, aber OK. Die Gegend rund um
Lanarca, sicher nicht die attraktivste Gegend Südzyperns, ganz klar.
Mit Mountainbike Touren nach Kiti, Pyla, Lympia, die Gegend um Pyrga
und schließlich Lefkara. Standort ist das Stadthotel Four
Lanterns in Lanarca , direkt an der Strandpromenade. Also, Ich
werde konditionell immer besser als Hobby- Mountainbiker. Aber mein
Motto ist weiterhin: Der Weg ist das Ziel, logo.
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Zypern-"
Mit dem Mountainbike rund um Lanarca"
Ein Reisebericht aus Februar 2003
06.02.2003, Abreise
Flughafen Düsseldorf/ Ankunft Flughafen Lanarca
Cyprus Airways mit einer grossen Maschine. Ca. 80 Leute, also nicht
mal halb voll, der Flieger. Wieder 80% Rentner. Das Essen nur
äußerst mittelmäßig. Der Sitzabstand ganz gut. Während des Fluges
Null Info. Der Rotwein, 1 Euro. Na ja, ich penne nach dem Essen ein,
und, Schwupps, die Landung. 3 Stunden,20 Minuten, so schnell war ich
noch nie in Zypern.
19:30. 16 Grad in Lanarca. Wie gehabt.
Nach 10 Minuten Transfer bin ich im Hotel. Das Four Lanterns, etwas
ergraut, die Zimmere altmodisch und groß, das Bad aber nagelneu.
Das Abendessen ala carte die nächste Woche nur sehr bedingt tauglich.
Wenig zypriotisches. Mit einem Metaxa hinterher ging's dann immer
;-)).
Kurzer Walk an der Promenade. Das deutsche Schmuddelwetter ist
vergessen.
07.02.2003, Hotel- Airport-Hale Sultan Tekke-Meneon-Perviola-Kiti
und zurück
( ca. 30 km, gut 5 Stunden, Radwandern mit sehr vielen Stopps, sehr
leicht, 19 Grad, überwiegend sonnig )
Ja, Winterzeit. Die Mountainbikeverleiher sind alle im Winterschlaf.
Der gute Mann musste samt Family eingeflogen werden. Normal hat er den
Laden gar nicht geöffnet. Die Kiste, dreckig, aber tauglich. 15
Pfund, 6 Tage, hmmm, billig ist das nicht. Und, Zypern ist überhaupt
sehr teuer geworden. Hier muss man landesseits aufpassen, sonst düsen
die Touris nur nach Bulgarien oder die Türkei. Der Tourismus hat es
zur Zeit jedenfalls ganz enorm schwer.. Genug Theorie... Ab auf die
Kiste.. aus Lanarca raus Richtung Flughafen...
Ganz schöner Flugbetrieb. Am Salzsee , einige Flamingos, die ich
leider nicht nahe genug an meine Kamera rankriege.(Die nächste Digi
Cam nur noch mit Zoom,logo).
Weiter am See vorbei sieht man sie, die Hale Sultan Tekke Moschee, die
Dritt-Wichtigste Station aller Moslems nach Mekka und Medina.

Die Moslems verehren das Heiligtum, weil hier angeblich die Tante des
Propheten Mohameds, Umm Haram, begraben liegt. Die Moschee wurde im
jetzigen Zustand 1816 gebaut. Der Wächter , ein netter alter
zypriotischer Rentner langweilt sich. Nix los. So bekomme ich eine
Exklusiv Führung. ER kann sogar passabel Deutsch. Hat er in der
Volkshochschule gelernt, lacht der Mann und ich spendiere ein großzügiges
Trinkgeld.
In Meneon , runter von der Hauptstrasse Richtung Beach und immer
Richtung Kap Kiti. Hier entstehen , direkt am Meer, unzählige neue
touristische Anlagen, sowie Apparrtments und Bungalows. Es sieht alles
ziemlich trostlos und unbewohnt aus. Später erfahre ich im
Hotel, dass hier Sommertags keine Touris , sondern hauptsächlich
reiche Städter aus Nikosia erwartet werden, die sich hierher vor der
brütenden Sommerhitze flüchten. Mag sein, aber bisschen Spekulation
mit Immobilien ist hier 100 % im Spiel. Kap Kiti mit dem ganz
hübschen Leuchtturm

Hinter dem Leuchtturm wird weitergebaut. Die Beach von Perviola.
Auch dies eine Geisterstadt jetzt im Februar. Ich fahre auf der
Hauptstrasse durch den Ort Kiti zurück Richtung Lanarca. Zugegeben,
nicht besonders attraktiv das ganze. Aber Sonne, bisschen Wind, Meer,
Radwandern. Es hat auf alle Fälle Spaß gemacht.
08.02.2003,Lanarca-Voroklini-Pyla-Pergamos-Kellia-Troulloi-Lanaraka,
( ca. 40 km, 6 Stunden, ca. 200 Höhenmeter nach Troulloi, aber
locker. Ca. 17 Grad, sonnig, in den Höhen bewölkt.)
Von Lanarca raus Richtung Aya Napa auf der Main Road. das kenn ich
schon. Volle Strasse, Getöse, für Radfahrer nicht unbedingt
geeignet.
Leichter Anstieg Richtung Voroklini. No Problem. Richtung Pyla wird's
nun spannend. UN-Pufferzone. Ab hier ist Photographieren verboten.
Schon etwas seltsam die Schilder, erinnert an deutsch/deutsche
Trennung. Geschichte. Hier ist es noch Realität. Wie lange noch... Es
tut sich einiges, wie die Öffnung der Grenze in Nikosia, Wochen nach
meinem Trip zeigt. Im Ort Pyla selbst noch eine
Steigerung des beklemmenden Gefühls. Links der Strasse die Türken,
Rechts die griechischen Zyprioten. Nein, sie verhauen sich nicht,
logo. Aber, Sportplatz, Cafes, Läden, alles schön getrennt. Und
mitten im Dorf sitzt oben auf dem Dach eines Restaurants ein UNO
Blauhelm und weiß nicht, wie er den Tag rumkriegen soll.... Schon
merkwürdig. Raus aus Pyla, ne ganz ordentliche Steigung nach Pergamos.
Hunderte türkischer Gastarbeiter haben hier ihre größtenteils
schrottreifen Pkws im kleinen Grenzverkehr geparkt. Der Süden ist
für sie das goldene Europa. Ich komme hier als einfacher Radler nicht
rüber. Aber ich hoffe bald........
Also zurück. Von Voroklini querbeet nach Kellia. Die berühmte
Agios Antonios(keine Ahnung warum). Muss ja auch nicht alles
wissen;-))

Anschließend 7km leichte Steigung bis auf ca. 250 m hoch nach Troulloi.
Wieder UN Puffer Zone. Ganz schön frisch ist es hier. Die Kiddies
bestaunen den einsamen Radler mit kurzer Hose und man sieht, dass sie
beim Anblick schon frieren.
Im Ort, natürlich nix los. Ich kurbele die Konjunktur an. Flasche
Wasser und Schokoriegel zur Stärkung.
Und, lustig, auch Troulloi kann man nur rückwärts auf der selben
Strasse wieder verlassen. Klar, dahinter ist die Grenze und Schicht.
Schussfahrt nach Lanraka und ab an die Promenade. Ich setzte
mich eine Stunde auf eine Bank mit Blick aufs Meer. Döse in der Sonne
und lass es mir gut gehen. Ich penne fast ein. Ich liebe Zypern im
Winter.
09.02.2003, Lanarca-Aradippou-Kochi- Lympia-Dali- Larnaca,
( ca. 60 km, 6,5 Stunden, mit sehr viel Gegenwind, angenehme Steigung
bis auf 250 m, ca. 15 Grad, häufig bewölkt mit sonnigen
Abschnitten.)
Ja, eine der unattraktivsten Strecken, die ich je in Zypern
geradelt bin. Nein, nicht hässlich, absolut nicht, aber total
langweilig. Kann aber auch sein, dass mich der mördermassige
Gegenwind doch arg beansprucht hat. Dazu ganz ordentlich bewölkt, so
dass ich mitunter meinen kompletten Trainingsanzug aus dem Rucksack
holen musste. Aber, um das ganz deutlich zu sagen. 60 km an der
frischen Luft radeln ist immer ne tolle Sache.
Der Weg zunächst aus Lanarca raus ziemlich ätzend. Man meint, Larnaca
sei riesengroß, denn haupstrassenmässig nimmt es einfach kein
Ende. Und mit dem Rad immer schön auf dem Fußweg oder irgendwelchen
Parallelstrassen, denn auf der Hauptstrasse wird man plattgemacht,
wenn man nicht aufpasst. Also kurze Besichtigung des Stadions.
Luxuriös, fast nur Sitzplätze. Schöner Rasen. Alle Achtung. Vor 30 Jahren
spielten die Zyprioten WM Qualifikationen auf einem Kartoffelacker,
ich kann mich sehr gut an Fußballspiele aus der Zeit im Fernsehen
erinnern. Deutschland gewann meistens 1:0 durch ein Tor in der letzten
Minute...
Aufgepasst, vom Stadion stadtauswärts, führen nun fast alle Strasse
zwangsläufig auf die hier kreuzenden Autobahnen. Also der Weg nach
Lymbia immer schön bergauf, aber sachte. Lymbia, Grenzort. Die
kleine Kirche am Ortsrand auf dem Berg hat früher schon zu
zahlreichen kleinen Grenzkonflikten geführt. Weiter noch paar
Kilometer nach Dali. Es wird frisch auf dem Rad , daher nur ne
kurze Stippvisite.

Das alte"Idalion" besuche ich nicht mehr. Typisch
Kulturbanause ;-).
Ich lasse mich nach Lanarca zurückrollen. Bin ziemlich platt. An der
Promenade erwische ich genau 45 Minuten Sonne. Prima.
10.02.2003, Lanarca- Airport- Dromolaxia- Klavdia- Pyrga-
Mosfiloti- Agia Anna-Kalo-retour
(ca. 55 km, -6 Stunden- 425m Höhe- ganz schon schlauchend, aber
leicht für Profis. 16Grad, meist sonnig.
Eigentlich wollte ich hoch bis zum Kloster Stavrovouni. Da ich aber
trotz zeitiger Abfahrt erst mittags gegen 13 Uhr in Pyrga bin, schmeiße
ich den Plan um. Aber der Reihe nach.
Von Lanarca aus am Airport vorbei Richtung Dromolaxia. Dann
absolut querbeet, immer das Kloster Stavrouvouni hoch oben auf dem
Berg vor mir. Eine wunderschöne Strecke zum radeln.. Keine Autos,
paar Leute in der Landwirtschaft, schöne Landschaft, paar kleine,
völlig harmlose Steigungen. Irgendwann überquert man die Autobahn-Lanarca-Limassol.
Direkt dahinter Klavdia. Ein nettes Örtchen zum durchradeln.
Nun geht es doch ganz nett in die Berge Richtung Stavrovouni. Nix
ausgeschildert. Und ich mit meinem Orientierungssinn. Ich kraxele
durch schöne Berglandschaft, keine Leute. Nur einmal kurz lugt das
Kloster noch mal hervor. Hmmmm?? Es geht weiter bergauf. Aber alles im
Rahmen. Schließlich komme ich völlig überraschend am Rande des
Ortes Pyrga raus. Immerhin 450 m hoch. Donnerwetter. Eigentlich
wollte ich von hier zum Kloster hoch. Aber es ist 13 Uhr. Und der Rest
hoch auf 768m??? Ganz schwer abzuschätzen ..und ja auch wieder
retour... Nein. Plan umwerfen. Nützt ja nix. Ich hab kein Licht am
Rad, kein Werkzeug....
Also in Pyrga hurtig paar Photos gemacht...

Das Wetter ist Klasse. Auch hier oben noch 15 Grad und sonnig. Zurück
nehme ich nun eine andere Route. Schussfahrt nur noch abwärts über
Mosfiloti, Agia Anna und Kalo nach Lanarca zurück. Bin ziemlich
platt. Die Steigung nach Pyrga hoch hat doch mehr geschlaucht, als ich
das zunächst empfunden habe. Also Dromolaxia-Klavdia-Pyrga ist ein
absolutes Muss für Radler in der Region. Aber , wie gesagt, die
Querbeet-Version
11.02.2003: Lanarca-Kofinou- Pano Lefkara-Kato Lefkara-Mazotas-
Kiti-Lanarca
UFFFF. 85 km, Höllisch anstrengend die 10 km Nonstop Steigung nach
Kato Lefkara hoch. Da ist absolut nix für Gelegenheitsradler, gute
Kondition erforderlich, ca. 8 Stunden, 16 Grad, sonnig)
Das kenn ich schon. Immer , wenn ich tags zuvor irgendwie mein Ziel
nicht erreicht habe, schieße ich am folgenden Tag meistens über
dasselbe hinaus...
So schwer hatte ich mir das absolut nicht vorgestellt. Früh aus
Lanarca raus auf die alte Verbindungsstrasse nach Limassol. Überhaupt
kein Ding. Bis Kofinou paar kleine Steigungen. In KOfinou ist
blöderweise das wirklich weltberühmte Lefkara nirgends
ausgeschildert. Ich fahre prompt ne dämliche, weil überflüssige
Schleife. Dies ist ein "Grande Problem" in der Region
Lanarca. Entweder keine oder häufig vollkommen falsche
Beschilderungen. Das kenn ich sonst nicht von Zypern. Von Kofinou
zunächst weiter ne Mörder Schussfahrt. Aber das ist die Ruhe vor dem
Sturm. Hinter Skarinou kommt es knüppeldick. 10 km Non Stopp ,
ca. 9% Steigung nach Lefkara hoch. Keine km Angaben. Nix. Ich
hab den Anstieg auf 750 Höhenmeter total unterschätzt. Ebenso die
gesamte Fahrzeit von fast 4 Stunden für den Hinweg. Lefkara ist
natürlich ein schön gelegener Ort. keine Frage. Mit guter Kamara
noch schöner;-)).

Auch innerhalb des Ortes schöne Gassen und Häuschen. Aber alles
total kommerzialisiert und abgezockt. Klar , Hunderte von Touribussen
täglich hinterlassen Spuren, vor allem bei den Einheimischen. Ach so,
Lefkara ist für seine Stickereien weltberühmt. Hier gibt es sie in
jedem zweiten Haus. Ich mache es kurz. Kleine Rundfahrt durch den Ort,
kurze Stärkung, 10 Minuten Pause und zurück. Das erste Stück:
Schuss. Mannomann.... Bremsen anziehen, kann ich nur sagen und Augen auf.
Das kleinste Steinchen auf der Strasse kann einen bei 60 kmh sofort
böse überraschen. In Kofinou wähle ich nun die Strecke am Meer
entlang über
Mazotas und Kiti zurück nach Lanarca. 2 Stunden 45 Minuten werden es
diesmal. Im Hotel bin ich total fertig. Total verspannt, Kopfschmerzen,
der Hintern tut höllisch weh. Es war einfach too much. Warum mach ich
son
Scheiß????? Abends nach dem Essen und Metaxa überwiegt der
Gedanke. Super. Geschafft.
12.02.2003: Hotel-Museum Pierides- Städt. Galerie am Hafen-
Dauerregen, 13 Grad, stürmisch
Zum Abschluss ein Regentag , wie ich Ihn auf Zypern noch nicht
erlebt habe. 16 Stunden Dauerregen und zwar heftig mit Sturm und
Kälte. Was soll's. Bin sowieso noch total groggy von gestern. Also
Regenjacke an und bisschen Kultur tanken. Soll ja auch mal ganz nett
sein. Die Pierides Sammlung im gleichnamigen Haus, unweit vom Hotel,
die bedeutendste archäologische Sammlung Zyperns.

Antike Vasen, Münzen, Skulpturen etc... Aber auch uralte zypriotische
Landkarten und, sehr interessant aus dt. Sicht... die Urkunden des dt.
Reiches für die Familie Pierides als Honorarkonsul. Gut ne
Stunde, besonders Interessierte können hier locker drei Stunden
stöbern. Dann zum Nordende der Strandpromenade, die seit Jahren
ausgebauten, ehemaligen Lagerhallen des Hafens. Hier ist nun eine
Galerie mit Wechselausstellungen zeitgenössischer Maler und das
Paläontologische Museum untergebracht. Hier erhalte ich mangels
weiterem Publikum eine Privatführung. Im Hotel wird's kalt.
Also ab ins Internet Cafe.
13.02.2003,Abreise- Fazit
Lanarcas Charme hält sich in Grenzen. Die Promenade dagegen hat was, keine
Frage.
Das Four Lanterns ist ein traditionsreiches Stadt- bzw. Strandhotel im
Sommer. Etwas unpersönlich. Aber OK. Das Essen kann man allerdings
vergessen. Der einzige zypriotische Versuch(Kleftiko-Lamm) ging total
daneben. Der Rest deutsch, bzw. internationale Hausmannskost. So grad
noch ausreichend.
Lanarca und Umgebung im Winter ohne Fahrrad stell ich mir allerdings
reichlich langweilig vor.
Ich bleib Zypernfan. Keine Frage.
ENDE
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