Platres
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Reisebericht

Zypern, ein Kurztrip von einer Woche im Juni 2002

Weiter geht's mit meinen Zypernerkundungen. Erstmals im Sommer, denn , der Grund ist klar, ich bin in den Bergen. Im Bergdorf Platres, mitten im Troodos. Der Wettergott bleibt auf meiner Seite. Manchmal war's fürs Strampeln schon mächtig heiß... 

Die Gegend rund um Platres, in reichlich 1100 Meter Höhe, eine Sommerfrische mitten im Troodos. Na klar, der Olympos, der höchste Berg Zyperns mit 1900 Meter Höhe in unmittelbarer Nähe, das "Golddorf" Omodos, das Kloster Troodissita, Prodromos, Pedhoulas, das malerische Bergdorf Fini. Mein Hotel, das New Helvetia in familiärer Atmosphäre mitten im Kiefernwald am Rande des Ortes Platres.
Ein Ort mit Tradition. Klasse.  Ach so. Ich bin weiterhin Hobby Mountainbiker. Aber ich muss gestehen. So gequält wie dieses Mal habe ich mich noch nie. Denn: In Platres geht es entweder nur steil bergauf oder bergab und man muss jedes Mal auch wieder zurück. Es hat aber super Spaß gemacht. Und diesmal der klare Hinweis. Gelegenheitsradler sollten die Finger oder besser die Waden von der Tour lassen.



   

Zypern-" Die Fußball WM 2002 im Troodos. Mit dem Mountainbike kreuz und quer durch das höchste Gebirge Zyperns.

Donnerstag, 20.06.2002:
Abreise Flughafen Düsseldorf/ Ankunft Flughafen Paphos

One more time. Mit der Bahn nach Düsseldorf. Cyprus Airways wie immer zuverlässig, einfach, aber ohne jegliche Probleme. Der Flieger landet pünktlich um 19:15 Uhr in Paphos. Ca. 26 Grad warm, sehr angenehm, das Klima auf der Insel weiter genial. Ein junger Taxi Mann chauffiert mich in gut einer Stunde in die Berge. Das Hotel Helvetia in Platres. Ein Haus mit Geschichte. Vor ca. 70 Jahren von Schweizern mitten im Pinienwald des Troodos als Sommerfrische für reiche Europäer gebaut. Jau, einige Schönheitsreparaturen wären außen und an den Balkonen schon mal wieder notwendig, aber innendrin und in den Zimmern alles Ok. Der Mann an der Rezeption ein Chinese, 30 Jahre jung und auf dem Weg zu einer westlichen Hotelkarriere. Der Essenssaal, so 30iger Jahre. Im Haus sind nur ca. 15 Leute. Low Season, lacht der Mann aus China.  Das Essen in Menü Form war nicht unbedingt immer original zypriotisch, aber wirklich schlecht war's auch nicht. Gesamtnote, so gerade noch befriedigend. Der Servi ce usw. im Haus alles Note gut.
Nun, diese Tour wird, rein zufällig, von den Zeitrhythmen der Fußball WM mitgeprägt. Das Viertelfinale und Halbfinale und bei deutscher Beteiligung riskiert man ja dann doch mal einen Blick auf "Rudis Männer".

Freitag, 21.06.2002:
Platres(1100m)- Olympos(1900m)-Platres(1100m) ca. 25 km, knappe 3 Std.

Klasse Wetter. 23 Grad ,sonnig. Doch bevor es aufs Rad geht , gewinnt erst mal Brasilien morgens gegen die Engländer 2:1.
Das Mountainbike, was mir ein Verleiher pünktlich vor das Hotel stellt, ist klasse. Es ist aber hier auch zwingend notwendig, nicht mit so einer alten Kiste  rumzugurken.  24 Gänge, vernünftige Bremsen, bei den Steigungen und Höhenunterschieden ist das schon Minimum.
Im Ort Pano Platres eben shoppen, denk ich, Wasser kaufen etc... Aber mal eben is gut.... Es geht rabiat abwärts und nachher, logo auf 1km Entfernung wieder ca. 100m hoch. Macht irgendwie 10% Steigung, das ist fürn Anfang schon ganz schön happig. Aber jetzt rauf zum Olympos, mal sehn was ich so drauf habe. Zuerst bisschen durch den Wald auf einer Trekkingpiste, noch alles gemäßigt, aber dann geht's auf die normale Strasse und jetzt beginnt eine ziemliche Kraxelei. Immer Richtung Olympos ist der Ort Troodos zunächst das Ziel.
Zum Glück verdichtet sich in den Bergen zunehmend die Bewölkung, so dass das ganze temperaturmässig etwas angenehmer wird.
Der Ort Troodos ist die Wintersportmetropole Zyperns. Immerhin zwei Skilifte und der zypriotische Skiverband ist hier auch zu Haus. Ansonsten paar Restaurants, bisschen Touri-Nepp, das übliche halt.
Weiter geht's hoch nun zum Gipfel des Olympos. Man kommt nicht ganz ran, es ist militärisches Sperrgebiet und dann ist da noch die "lustige" Radarkugel direkt vor dem Gipfel, die schon von weitem einen Blick auf den höchsten Gipfel Zyperns sehr einschränkt( Die Wolken natürlich auch....)

Oben angekommen. Ufff. Knapp 2 Stunden von Pano Platres. Ca. 14 km mit etwa 800 m Höhenunterschied. Ich bin reichlich platt, aber , logo zur Belohnung geht's nun  Schussfahrt abwärts. Nach 25 Minuten Mörderabfahrt mit phantastischen Aussichten auf Zypern bin ich wieder im Helvetia. Völlig platt aber rundum zufrieden. Na bitte,  da wird auch grad die Partie USA-Deutschland angepfiffen. Starkes Timing. Deutschland gewinnt 1:0.

Samstag, 22.06.2002: 
Pano Platres(1100m)- Kato Platres(900m)-Mandria(800m)-Omodos(750m)- Pano Platres(1100m)  ca. 2,5 Std. , 25 km( Mörder Zeitfahren......für Bekloppte...)

Wer meine bisherigen Zypernberichte gelesen hat, weiß, dass ich gelegentlich einen leichten Hang zu "völlig bekloppten Aktionen"  habe. 
Also, WM, Spanien-Südkorea, morgens, super langweilig und auch noch mit Verlängerung und Elfmeterschiessen. Es nahm kein Ende und ich wollte doch noch vor dem 2. Spiel Türkei-Senegal mir das "Golddorf"  Omodos anschauen und das sind auf 400 m Höhenunterschied immerhin gute 12 km. Also hurtig aufs Rad und es beginnt das legendäre Zeitfahren Pano Platres-Omodos und zurück bei strahlenden 25 Grad Sonnenschein.
Der Hinweg, logisch, fast ausschließlich zunächst Schussfahrt durch Kato Platres bis nach Mandria. Wenig spektakuläres. Hinter Mandria rechts runter von der Hauptstrasse eine mega Steigung, nette Hügellandschaft Richtung Omodos.
Gegen Mittag wird es nun immer heißer. Ich komme zur besten Siesta Zeit im Touri-Wein-und Vorzeigedorf Omodos an . In einer wunderschönen Tallage gehört Omodos zu den bekannten Weinanbaugebieten, klimatisch besonders begünstigt. Begünstigt auch vom zypriotischen Staat, denn man hat in Omodos viele kleine Häuschen richtig schön aufgepäppelt und so ein echtes "Unser Dorf soll schöner werden" Projekt geschaffen. Überall also weiß getünchte Häuschen mit Blumenampeln, Strassen mit Kopfsteinpflaster, nette Gassen. Auch ich zücke natürlich die Digi-Cam.
      
Und klaro, den häufig in ganzen Busladungen einfallenden Touri Horden werden hier zu marktgerechten Preisen alle möglichen unnützen Dinge aber auch Wein angeboten.
Die Einheimischen sehen das alles, bei meistens sengender Hitze, getreu dem Motto; "Schön dass sie hier waren......und uns die Kohle hier gelassen haben....Ist doch normal.
Der Rückweg nach Platres ist äußerst brutal. In der Affen Mittagshitze geht es fast nur bergauf und das im höchstmöglichen Tempo, denn wie gesaqt. Aufgrund der WM wurde dieser nette Pflichtbesuch in Omodos in ein "Zeitfahren ohne Punktwertung" umgewandelt. Einige Photoshootings inclusive. Bescheuert eben. Allein die Tatsache, dass ich es am Ende erneut so gerade in der Zeit geschafft hatte kann den Unsinn dieser Aktion kaum rechtfertigen. Aber Spass gemacht hats trotzdem.

Sonntag, den 23.06.2002: 
Pano Platres(1100m)-Troodissita(1150m)-Prodromos(1300m)-Pedoulas(900m)-und retour, ca. 40 km in 5 Std, 25 Grad, sonnig
Jo, so langsam werden die Touren etwas länger und, da die WM pausiert, geht's natürlich jetzt auch schon morgens um 8:45 Uhr los.
Viel angenehmer die Steigung Richtung Kloster Troodissita hoch. Das Kloster ist schon seit Jahren für Touris wegen der ständig steigenden Besucherzahlen geschlossen. Jetzt aber Sonntags gegen 10:00 Uhr herrscht hier Hochbetrieb. Zig Busse mit Einheimischen rollen an. Man pilgert hier Sonntags zum Gebet und anschließendem Picknick hin und die Mönche lassen auch manchmal den einen oder anderen Einheimischen herein.


Weiter bergauf, immer hart am Berghang entlang , geht es Richtung Prodromos. Der Ort , mit 1300m Höhe, der höchst gelegenste Zyperns, war früher , ebenso wie Platres, eine Sommerfrische reicher Leute. Attraktive Lage direkt am Berghang, von weiten ist Prodromos schon zu erkennen.

Im Ort selbst bisschen Touri Betrieb aber auch viele Einheimische machen Sonntags Ausflüge hierhin. Es ist angenehm warm, noch so ca. 21 Grad in dieser Höhe. Der nun folgende Weg runter ins Marathasa Tal nach Pedoulas hat es in sich. Steil bergab mit tollen Aussichten unterwegs, liegt auch dieser Ort malerisch an einem Hang. Ich fahre Schuss in den Ort. Hier ist schon mehr Trubel. Aber auch einige verfallene alte Hotels und Restaurants. Der Ort, der sicher schon bessere Zeiten erlebt hat, erfährt momentan wieder ganz leichten Aufwind, das merkt man an den zahlreichen Touris, die sich hier mit dem Leihwagen "vorgekämpft" haben. Ich , weiter auf dem Rad, quäle mich anschließend zurück den Berg hoch. Ok. Einige Verschnaufpausen unterwegs, sonst hätte ich es bei der Hitze nicht gepackt. Der Rest von Prodromos z.Teil über abseitige Schleichwege zurück nach Pano Platres in bester Mountainbikemanier. Für absolute Hobby-Gelegenheitsbiker ist diese Tour (vornehmlich der letzte Teil) gänzlich ungeeignet. Mir hat's aber Riesen Spaß gemacht in einer wunderschönen Landschaft.

Montag, 24.06.2002:
Pano Platres(1100m)- Moniatis(850m)-Peripedhi(900m)-Mandria(800m)- Phini(950m)- Pano Platres,
ca. 35 km in 6 Std, 26 Grad, sonnig
Noch mal eine Steigerung, was den Kraftaufwand und die Hitze betrifft. Die Hauptstrasse Richtung Paphos abwärts im Höllentempo. Zunächst bis Moniatis, abseits in einer Talsenke gelegen. Wenig aufregend, aber von hier kann man  in wesentlich angenehmerer Steigung wieder den Berg seitlich hochradeln. Peripedhi, ein Ort mit einem sehr schönen Ortskern und einer herrlich, hinter Sträuchern versteckten Taverne. (hier etwas versteckt....)


Weiter stetig  den Berg hinauf nach Mandria. Hier war ich schon mal kurz auf dem Weg nach Omodos. Über Kato Platres geht es steil bergauf zunächst, später rasant abwärts nach Phini(Fini). Also, Fini toppt Omodos um Längen, ganz klar meine Meinung. Ein wunderschön in  einer Talsenke gelegener Ort, sehr verschachtelt mit bezaubernden kleinen Häuschen, engen Gassen, traumhaft. Es geht ständig bergauf oder bergab. Sehr schöne Photo Motive. Ich kann es, wie gewohnt, mit meinen photographischen Mitteln kaum einfangen, schade.
  

Touris gibt's hier nur ganz vereinzelt. Das Leben der Einheimischen findet hier auf vielen kleinen Plätzen statt. Viele alte Leute wohlgemerkt, für die Jugend ist hier vermutlich nix los.
Ich mache einen kurzen Stopp, es ist heiß und die Sonne brennt gewaltig. Es folgt ein langer , höllenmäßiger Anstieg direkt nach Pano Platres, ohne auf die Hauptstrasse zurückzukehren. Am Helvetia bin ich total alle. Also ab zum Pool im Ort, den man vom Helvetia aus mitbenutzen kann und 2 Stunden relaxen.

Dienstag und Mittwoch, 25-26.06.2002:
Am Pool/WM/Abhängen/ Zyperns stagnierender Tourismus. 28-29 Grad, heiß
Also im Ernst, beim Balkon öffnen morgens falle ich fast um. Es ist unglaublich heiß schon um 8 Uhr und das mitten in den Bergen. Eigentlich wollte ich noch mal strampeln, aber in Anbetracht des nachmittäglichen Halbfinales Deutschland-Korea entscheide ich mich für die Pool/Abhäng/WM Variante.
Allein der Weg mit dem Bike runter zum Pool , bzw. später wieder hoch schlaucht gewaltig. Ich bin irgendwie gar.
Am Pool kaum Schatten, ich verkrieche mich in die letzte Ecke. Sonnenschutzfaktor 20. Ich halte es drei Stunden aus. Deutschland gewinnt gegen Korea. Kaum zu glauben, Rudis Buben sind im Finale. Ich höre mich abends bei Bier und Metaxa noch bisschen beim Hotel Manager um. In diesem Jahr ist doch ordentlich Flaute im Tourismus. Zu teuer??, die WM, der 11. September, etliche Fragen, kaum Antworten. Der andere Hotel Manager am Pool bestätigt die Vermutung. Die Leute, vor allem die Deutschen schauen mehr aufs Geld, das immer knapper wird und da fahren dann immer mehr dorthin, wo es billiger ist, nach Bulgarien oder die Türkei.

Fazit:
Ich war  wieder voll zufrieden. Das Hotel New Helvetia. Nettes Personal. Akzeptables Essen, wunderschöne Lage, Zimmer Ok.
Die Gegend um Platres im Troodos, herrlich gelegen. Nix für Trubelsuchende oder am Pool-Abhänger, logo.
Wer hier mit dem Mountainbike unterwegs ist, muss wissen: Nur bergauf oder bergab, nur äußerst selten gemütliches Radeln, dafür viel starke, unberührte Natur.

Ich fühle mich weiterhin in Zypern pudelwohl.
Klar, die Sommerhitze ist selbst in den Bergen Ende Juni schon fast eine Nummer zu groß. Aber die Natur, das Land, die Leute, klasse.
Ich werde meine Zypern Erkundungen Anfang 2003 rund um Lanarca fortsetzen.




ENDE


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